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Wie die Kirche neue Kraft entwickelt

27.02.2018News

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm gibt in einem Vortrag Anstöße zur Zukunft der evangelischen Kirche

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich von der evangelischen Kirche eine Erneuerung der eigenen Substanz. „Eine Kirche, die heute neue Kraft entwickeln will, muss eine geistlich gegründete Kirche sein“, sagte der Ratsvorsitzende laut Redemanuskript bei einem Vortrag in der Alten Kirche am Markt in Nordhorn. Kern der Identität von Kirche sei jene „radikale Liebe“ wie sie Jesus Christus verkörpere. Christen bräuchten den Mut, sich auch im Alltag als solche zu erkennen zu geben. Die Weitergabe der Botschaft des Evangeliums im Religionsunterricht und in evangelischen Kindergärten sei „eine Riesenchance, dem Traditionsabbruch im Hinblick auf das christliche Glaubenswissen etwas Wirksames entgegenzusetzen“.

In der pluralistischen Demokratie müsse Kirche eine öffentliche Rolle spielen und sich in der Zivilgesellschaft zur Anwältin der Schwachen und Benachteiligten machen. Dies sei kein Widerspruch zur Spiritualität, so Bedford-Strohm: „Wer fromm ist, muss auch politisch sein.“

Über traditionelle Milieus hinaus

Gottesdienste seien „weit unterschätzte Kraftquellen und Orte der Besinnung“. Hier wünscht sich Bedford-Strohm eine Pflege der gewachsenen Liturgie ebenso wie die Entwicklung neuer Formen, insbesondere für junge Menschen. Denn um zukunftsfähig zu sein, müsse die evangelische Kirche über ihre traditionellen Milieus hinaus attraktiv werden. „Der Punker muss im Gottesdienst genauso willkommen sein wie der Professor“, so Bedford-Strohm. „Die Armen müssen wenigstens in der Kirche teilhaben können, anstatt nur Objekte der Betreuung zu sein.“ Soziale Netzwerke wie Facebook sollten zum selbstverständlichen Teil kirchlicher Arbeit werden.

Bei seinem Blick in die Zukunft hob der EKD-Ratsvorsitzende auch die Überwindung konfessioneller Gegensätze hervor. Hier habe das Reformationsjubiläum 2017 als Christusfest wichtige Impulse gegeben. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Kirche eine ökumenische sein wird“, betonte Bedford-Strohm.

In ihren Strukturen und Personen müsse Kirche authentisch sein. „Sie muss ausstrahlen, wovon sie spricht“, sagte der Ratsvorsitzende. „Der christliche Glaube trifft ins Herz dessen, was die modernen Menschen von heute bewegt. Unsere Aufgabe als Kirche ist es, die Verbindung zwischen beidem wieder neu herzustellen.“ (ekd.de)

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